Trockenheit 2026 am 3er Hof
10 Wochen kein Niederschlag bei gleichzeitigen Rekordtemperaturen
Der Maisanbau war 2026 von Anfang an eine Herausforderung. Anfangs ging das Saatgut aufgrund fehlender Feuchtigkeit ungleichmäßig auf - dies zog einen Rattenschwanz nach sich: Wir konnten weder striegeln noch walzen (wichtige Pflegemaßnahmen), da später aufgehende Pflanzen, die aufgrund der Trockenheit länger in ihrer Entwicklung brauchten, beschädigt worden wären. Dadurch stieg das Unkraut Aufkommen erheblich. Das Unkraut konkurrierte mit dem Mais, zu allem Übel dann noch um das nicht vorhandene Wasser..Dies sorgt für Ernteeinbußen von 70-80%.
Das ist nur ein kleiner Ausschnitt bzw. Einblick in unsere individuelle Situation – wir haben das Glück, dass wir mehrere Betriebszweige betreiben und es somit eine Risikostreuung gibt.
Einerseits investieren wir seit vielen Jahren in regenerative Landwirtschaft, welche die Böden resilienter gegen starke Umwelteinflüsse wie Überschwemmungen und Trockenheit machen soll. Somit stecken wir seit vielen Jahren viel Zeit und Geld in unseren Bio-Ackerbau, der dadurch kurzfristig nicht rentabel ist. Die Trockenheit dieses Jahres trägt umso mehr dazu bei, dass andere Betriebszweige unser Herzstück der Landwirtschaft, den Ackerbau, wieder mitfinanzieren müssen.
Andererseits lautet das Motto wie überall, auch in der Landwirtschaft, wachsen oder weichen, daher setzen viele landwirtschaftliche Betriebe „auf ein Pferd“ und investieren in einen, großen Betriebszweig, da dieser dann rentabler ist. Wie können solche Betriebe überleben, die voll auf Ackerbau setzen, und nun mit Naturkatastrophen wie der Dürre 2026 umgehen müssen?
Das beschlossene Hilfspaket für die Landwirtschaft ist aus meiner Sicht kritisch zu beleuchten. Ein kleiner Auszug daraus:
Sozialversicherungsbeiträge können gestundet werden (wird nur wenig helfen, weil das Geld, was wir durch die Ernteverluste jetzt nicht verdienen, werden wir auch in einem halben Jahr nicht wie durch Zauberhand auf unseren Bankkonten vorfinden). Ebenso können geförderte Agrarinvestitions-Kreditraten gestundet werden und es gibt Zinszuschüsse für Betriebsmittelkredite (…damit man sich noch weiter verschulden kann..?)
Ich verstehe die Logik dahinter schon, es soll mit diesen Maßnahmen die Liquidität weiterhin erhalten bleiben, damit Betriebe nicht sofort zusperren müssen....
Aber, was wir Bauern bräuchten – wären einfache Fördermittel, bares Geld. Wir brauchen nicht rückzahlbare Zuschüsse.
Und weniger Bürokratie. Wir müssen uns streng an den Kalender halten, wann was angebaut, umgeackert,... usw. werden darf, um entsprechende Förderungen zu erhalten. Durch die Trockenheit waren viele dieser Termine nicht einhaltbar, und eine Anpassung dieser Termine und Regulatorien erfolgte viel zu spät.