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Es lebe der politische Mensch

- denn die Partei ist tot

... ich weiß, eine gewagte Aussage. Aber ich habe sie schon 2017 getätigt.Und eigentlich begann alles mit den Nationalratswahlen 2013. Und den NEOS. Und mit meinem Sohn Sebastian (1997-2024), der damals begann, sich für Politik zu interessieren und ganz begeistert von Matthias Strolz war.Ich bin mir sicher, ich war schon immer ein politischer Mensch, weil sich das aus meiner Sicht so verhält wie mit dem Kommunizieren - man kann nicht nicht kommunizieren und man kann nicht nicht politisch sein. Ich habe vielleicht nur lange geschlafen ...

Politik ist der Ort, wo wir uns ausmachen, wie wir miteinander leben wollen.
Von wem der Satz wirklich ist, weiß ich nicht, das erste Mal gehört habe ich ihn von Matthias Strolz. 

Nachdem ich nun mit dem Satz ′Politik ist der Ort, wo wir uns ausmachen, wie wir miteinander leben wollen′ quasi gefangen war, schafften die NEOS in Neulengbach 2015 mit einem Mandat den Einzug in den Gemeinderat. Die Listenerste, Sonja Koschina, hatte die Ehre, sich einer ÖVP-Mehrheit gegenüber zu setzen. Nun war ich also in der Gemeindepolitik angekommen. Und in der Realität der machbaren Politik direkt vor der eigenen Haustüre. Als Sonja sich zu einer Babypause entschloss, folgte ich (mangels Alternativen in den eigenen Reihen) nach. Ich habe diesen Schritt ganz bewusst gesetzt und war mir über die Auswirkungen (ziemlich?) im Klaren. Start war am 08.03.2016 (Frauentag!) - ich wurde angelobt. UFF. Mit 51 Jahren startete ich also mit einer politischen Funktion im Gemeinderat. Ich will euch jetzt hier nicht langweilen, wie das mit einem Mandat aussieht, was man da darf und was nicht ... kurz gesagt: man erhält einen ganz ganz kleinen Einblick, was intern politisch abläuft und darf, wenn guter Wind herrscht, auch manchmal bei der Arbeit im Ausschuss, mitreden. Und natürlich darf man bei der Gemeinderatssitzung mitstimmen (dafür, dagegen oder enthalten).

POLITIK GEHT UNS ALLE AN UND NICHT NUR EIN PAAR WENIGE! Wir sind Politik!

Und im Übrigen bin ich der Meinung, dass dieses ganze Partei-Farben-Spiel aus und vorbei und tot ist. Ich bin sogar so optimistisch zu sagen, dass ich es noch erleben werde, dass MENSCHEN verantwortliche POLITIK machen - von unten, aus der Bevölkerung heraus und NICHT von oben herab. Nur, wenn wir uns alle als politische Menschen verstehen - nämlich Menschen, die sich über das Zusammenleben verständigen, werden wir eine WIRDENTITÄT erleben (das hab ich mir vom Moritz von der Machbarschaft geklaut ;-)

Den Weg zu einem politischen Menschen habe ich geschafft, weil ich mich der menschlichen Realität gestellt habe. Was ist POLITIK? Was geht da vor sich? Was geht das alles mich an? Manchmal bin ich wirklich nach einem Ausschuss mit Übelkeitsgefühl nach Hause gegangen - man erwartet so viel und dann sitzen dort einfach Menschen wie Du und ich. Und manche dieser Menschen sehen sich im Dienste der Gemeinschaft und manche von ihnen lieben die Selbstdarstellung und wollen sich persönlich verwirklichen. Und manche suchen Sicherheit und verneinen Veränderungsprozesse. Menschen eben. Und politische Arbeit ist zu einem Großteil Beziehungsarbeit. Und es geht ganz viel um Vertrauen.

Es kommt mir vor, als wäre ich aus einer Ohnmacht erwacht. Die Schleier sind entfernt. Die Gestaltung liegt in meiner Hand. ICH gestalte mit den Menschen um mich den Ort, wo wir zusammen leben. Ich fühle mich als Neulengbacherin, die wirklich erste Heimat in meinem Leben und ich habe es geschafft, mich als Zuzüglerin zu integieren - das war mir ein ganz besonderes Anliegen.

Aufgewachsen bin ich in einem tendentiell roten Umfeld, obwohl mein Vater in späteren Jahren Unternehmer war. Da habe ich auch das eine oder andere Spannungsfeld zwischen ROT-SPÖ und SCHWARZ-ÖVP wahrgenommen. Bruno Kreisky war natürlich ein prägender Mensch in meiner politischen Wahrnehmung.

Anmerken möchte ich, dass ich Heide Schmidt sehr bewundere, gerade wegen ihrer Vergangenheit mit Jörg Haider. Das Liberale Forum hatte gute Ideen, aber anscheinend zu gewagte Zukunftsbilder für die ÖsterreicherInnen. Da hätte es schon ganz viel Mut gebraucht!

Und eigentlich verdanke ich all diese Erfahrungen der Neugierde und Hartnäckigkeit meines Sohnes Sebastian. Einmal mehr war er 'mein Anschupser'.

Meine Projekte

Hier möchte ich jene Projekte aufzählen, die ich mitinitiiert bzw. ins Leben gerufen habe. Nicht überall bin ich 'federführend' gewesen, das wäre auch gar nicht zielführend, wenn man aktiv gestalten möchte. Es braucht immer das richtige Umfeld, um ins Tun zu kommen. So, wie Samen gute Erde und passende Wetterbedingungen brauchen, brauchen Menschen ein vertrauensvolles Umfeld, um sich entfalten zu können und um ihr Potential zeigen zu können. Es braucht eine Sogwirkung (und keinen Druck).

ab 2017 - Übernahme des Projekts 'Raum_Wagen' von Hannah Kordes - 2017, 2018, 2019 im Zentrum von Neulengbach gemeinsam mit der Aktiven Wirtschaft Neulengbach, danach vor dem Speiselokal

ab 2017 - das offene Bücherregal (zuerst mobil, dann fix)

ab 2018 Vorstandtätigkeit bei der Aktiven Wirtschaft Neulengbach, Start der monatlichen Mittagstische

ab 2018 Zukunfts-Salon mit Stefan Bauer-Wolf

2018, 2019 Initiative Jungpflanzenmarkt und Obstbaumtag

ab 2018 Repair Cafe Neulengbach (gemeinsam mit ganz vielen Repairianer:innen - danke!)

ab 2019 Start der Kunsthandwerksgalerie art&wiese mit Christine Nebosis und Katrin Huber-Köllner, später mit Karin Komsosny und Christine Nebosis

2019 Leopoldimarkt gemeinsam mit der Kunsthandwerksgalerie und dem Verein art&wies

ab 2020 ARGE Startaum - CoWorking in Neulengbach, gemeinsam mit Karin Komosny

ab 2020 Upcycling #irgendwasmitplanen mit Barbara Bach (ich hatte die Idee, Barbara 'darf' nähen :-))

2023 Wir suchen Gründer:innen gemeinsam mit der Aktiven Wirtschaft Neulengbach

ab 2024 jährlich Frauenpower im Wienerwald gemeinsam mit dem Verein GeSoB von Paul Schober, Christa Berger von der Theaterei und Ursula Fischer von der Galerie am Lieglweg

2024 (2x), 2025 1x Typisierungsaktionen mit Geben für Leben, mit den Blue Hawks und der FF Neulengbach statt

ab 2025 - Start der regionalen Online-Zeitschrift Elsbeere-Zeitschrift.at gemeinsam mit ganz vielen Autor:innen

ab 2025 Veranstaltung zum Tag der seltenen Erkrankungen in Kooperation mit pro rare Austria, dem Verein GeSoB von Paul Schober und Christa Berger von der Theaterei

2025 Eröffnung WirtschaftsHub 1 mit der Aktiven Wirtschaft Neulengbach

2026 Eröffnung WirtschaftsHub 2 mit der Aktiven Wirtschaft Neulengbach

ab 2026 Trauer Cafe, gemeinsam mit Gaby Ecker, in Kooperation mit der Stadtgemeinde Neulengbach, Tut Gut NÖ (gesundes Neulengbach), dem Arbeitskreis Gesund Gemeinde Neulengbach und dem Verein GeSoB

2026 erster Speakers' Corner im Stadtpark von Neulengbach gemeinsam mit dem Verein GeSoB, dem Verein Raum_Wagen und der Mitmach-Region

to be continued ...

01.10.2026 • aktualisiert am 17.10.2026