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Wenn Kunst spricht: Wie künstliche Intelligenz ...

... die Vermittlung in der Galerie3034 erweitert

In der Galerie3034 in der Oberen Hauptstraße 27 in Unter-Oberndorf wird seit dem vergangenen Jahr ein neuer Ansatz der Kunstvermittlung erprobt. Mit dem Projekt „Galerie3034 – Digital“ setzt die Galerie auf den gezielten Einsatz künstlicher Intelligenz, um Informationen zu Kunstwerken in auditiver Form zugänglich zu machen und bestehende Präsentationsformen zu ergänzen.

Im Mittelpunkt des Projekts stehen individuell erstellte Audio-Bildbeschreibungen. Beim Erwerb eines Kunstwerks können Käuferinnen und Käufer auf Wunsch eine Audiodatei erhalten, die das jeweilige Werk erläutert. Inhalte wie Entstehungsgeschichte, verwendete Techniken und mögliche Interpretationsansätze werden dabei in gesprochener Form vermittelt. Die Texte werden von KI-generierten Stimmen gelesen, die inzwischen eine hohe sprachliche Natürlichkeit erreichen.

Der Einsatz von KI beschränkt sich dabei nicht auf die reine Sprachausgabe. Vielmehr wird die Technologie als Werkzeug genutzt, um Inhalte effizient aufzubereiten und flexibel verfügbar zu machen. Während klassische Audioguides häufig mit hohem Produktionsaufwand verbunden sind, erlaubt der Einsatz moderner Sprachgeneratoren eine vergleichsweise ressourcenschonende Umsetzung. Gleichzeitig bleibt die inhaltliche Verantwortung bei der Galerie: Texte werden konzipiert, redaktionell erarbeitet und an die jeweiligen Kunstwerke angepasst.

Technisch ist das Angebot niederschwellig gestaltet. Interessierte erhalten beim Kauf eines Bildes einen QR-Code oder eine entsprechende Zusendung per E-Mail. Nach dem Scannen mit dem Smartphone öffnet sich die Audiodatei direkt im Browser, zusätzliche Apps oder spezielle Geräte sind nicht erforderlich. Die Audioinhalte können sowohl während des Betrachtens des Kunstwerks als auch unabhängig davon genutzt werden.

Ein weiterer Aspekt des Projekts ist die Zugänglichkeit. Auditive Formate können Barrieren abbauen, etwa für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen oder für Besucherinnen und Besucher, die sich Informationen lieber anhören als lesen. Gleichzeitig eröffnet die digitale Begleitung neue Möglichkeiten der Auseinandersetzung mit Kunst, indem sie Hintergrundwissen vertieft und unterschiedliche Zugänge zum Werk ermöglicht.

Exemplarische Audio-Bildbeschreibungen sind auf der Website www.galerie3034.at abrufbar. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, das digitale Angebot nach Terminvereinbarung direkt in der Galerie kennenzulernen, auch an Wochenenden und Feiertagen.

Das digitale Angebot kann unter anderem auch im Rahmen des Galerie3034-Sommerfests am 19. Juni ab 16 Uhr kennengelernt werden. Dort besteht für Interessierte die Möglichkeit, sich neben dem weiteren Programm einen Eindruck von der KI-gestützten Audiovermittlung zu verschaffen.

Mit dem Projekt „Galerie3034 – Digital“ zeigt die Galerie, wie künstliche Intelligenz auch im regionalen Kulturbereich eingesetzt werden kann. Nicht als Ersatz für persönliche Vermittlung oder künstlerische Auseinandersetzung, sondern als ergänzendes Instrument, das neue Formen der Nutzung und Wahrnehmung von Kunst ermöglicht. Der Ansatz verdeutlicht, dass digitale Technologien zunehmend auch in kleineren Kulturinstitutionen eine Rolle spielen und dort zur Weiterentwicklung bestehender Formate beitragen können.

Regina und Wilhelm Brandstetter
veröffentlicht am 26.05.2026