Graue Energie - Ein Stiefkind der Klimaschutzdebatte
Graue Energie
Spoiler: Der Titel der Arbeit ist: “Vom ökologischen Nutzen des Nichtstun”
Definition “Graue Energie” lt. Wikipedia:
Die graue Energie eines Produkts bezeichnet die Energie, die für dessen Herstellung, Transport, Lagerung, Verkauf und Entsorgung insgesamt aufgewendet wurde, also in ihm „enthalten“ ist.
Während gesetzliche Bestimmungen zur Verringerung der Betriebsenergie im Gebäudebestand kontinuierlich verschärft und milliardenschwere Förderprogramme aufgelegt werden bleibt der Aspekt der Herstellung, Transport, Lagerung, Verkauf und Entsorgung (=Graue Energie) von Bauwerken weitgehend unreguliert, was wohl dem Paradigma des (BIP-)Wachstumszwangs geschuldet ist. (Beispielhaft bedeutet jede Erhöhung der Dämmstandards (auch) eine Förderung der Bauindustrie (es können mehr und teurere Materialien verkauft werden), wohingegen Wiederverwendung und Recycling umsatzmindernd auf die Big Player im Herstellungssektor wirkt).
Je nach Errichtungsdatum, Gebäudetyp und Berechnungsmethode beträgt der Anteil der Grauen Energie an der Gesamtenergiebilanz zwischen 25% und 50%, bei modernen Niedrig- bzw. Plusenergiehäusern sogar bis zu 100%.
Zeit das Dornröschen zu wecken!
Die Thematik
anhand eines konkreten Bauprojekts durchdekliniert.
Beim Abbau eines Gartenhauses aus den 70er- Jahren konnten wir u.a. eine noch tadellos funktionierende Schiebewand, 2-scheiben-isolierverglast, Mahagoni- Holzprofile sichern, die der Bauherr gerne ins neu zu bauende Tinyhouse “mitnehmen” wollte.Die Frage: "Zahlt sich das aus?” wurde damals hauptsächlich aus baugesetzlichen Gründen mit “Nein” beantwortet, ein Jahr später fand ich dann beim greenskills- Lehrgang “Alternatives Bauen” Unterstützung und Muse, dem Thema nochmals eingehend auf den Grund zu gehen…
Das 70er- Jahre Gartenhaus…
… und der Entwurf
Für die baubehördliche Einreichung
Zur Abschätzung
(https://drive.google.com/file/d/1sKNhgIxwD6PL0Rh_xIOusujmOYCYjUBy/view?usp=sharing)
Ergebnis:
Geteilt durch die 382 kWh
Soweit so beachtlich.
Jetzt kommt aber noch etwas dazu, wenn man die Thematik wirklich umfassend durchleuchten will- und das wollte ich: Die neuen Fenster kosten den Bauherrn ca. € 10.000,-, die ja auch energietechnisch nicht vom Himmel fallen. Die Schaffung von zusätzlichen € 10.000,- Geldwert bewirken ja wohl auch unweigerlich einen Energieaufwand.
Wie also die Investitionskosten
Um einen Anhaltswert zu bekommen, öffnete ich den Fokus weit - österreichweit.
Lt. Statistik Austria
Das Bruttoinlandsprodukt
Die Gesamtwirtschaft
Die Investitionskosten
Diese “Finanzierungsenergie”
Da grüßt das Faultier!