Getragen auf Wolke 7
Elisabeth-Oma
Unser nächster Besuch war dann Sonntag, 22.02.2026. Elisabeth-Oma wurde auf die Palliativstation überstellt, die Ärzt:innen hatten die geplante Chemotherapie abgesagt. Elisabeth-Oma war das recht, sie wollte keine Chemotherapie. Ich kann nicht beurteilen, wie viel sie wirklich über ihren körperlichen Zustand wusste, wie viel sie - vielleicht auch unbewusst gar nicht wissen wollte. An diesem Nachmittag fragte ich mich einige Male, ob ich mit ihr über ihren Zustand sprechen sollte, ob ich den aggressiven Krebs ansprechen sollte, ob ich sie fragen sollte, was genau jetzt hier auf der Palliativstation geschehen würde? Emil und Daniel plauderten mit Oma, Emil vorzugsweise über seine Beziehungs-Chats. Es war ‚wie im Leben‘. Elisabeth-Oma hat ihr Brot mit Butter gestrichen und gegessen, ist am Bettrand gegessen, hat mitgeplaudert, g’scheite Beziehungstipps gegeben, gelacht und sich gut unterhalten. Sie hatte Zukunftspläne – einen Rollator zum Trainieren, Physiotherapie und dann mit Pfleger:in nach Hause, um die ‚letzte‘ Zeit zu nutzen, um ‚alles zu regeln‘. Wir waren ca. drei Stunden bei Elisabeth-Oma und hatten eine ziemlich unbeschwerte, gemeinsame Zeit und wir haben uns verabschiedet mit dem Gefühl, dass wir uns bei ihr zu Hause in Alt Erlaa wiedersehen und dann schauen, wie lange es noch geht …
Es war ein bisschen wie ‚auf Wolke 7‘ – wir hatten wundersame drei Stunden in Leichtigkeit mit Elisabeth-Oma. Ich bin sehr dankbar darüber.
Einen Tag später ging es Elisabeth-Oma so schlecht, dass man ihr so viele Medikamente verabreichen musste, dass sie bis zu ihrem Todestag, 05.03.2026, nicht wieder das Bewusstsein erlangte. Wir (Emil, Kinga, Daniel und ich) waren am 27.02. noch einmal bei ihr – sie war nicht mehr ansprechbar.
Das Begräbnis fand am 24.04.2026 am Friedhof Liesing statt.
‚Zwischen unserer Vorstellung vom Leben und dem Leben an sich liegt der Hauch der Ewigkeit.’