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Slow Travel: Entschleunigt die Welt entdecken

Reisen bedeutet für viele Menschen, dem Alltag zu entfliehen, Abwechslung zu erleben und neue Eindrücke zu sammeln. Fremde Kulturen, beeindruckende Landschaften und eine begrenzte Anzahl an Urlaubstagen führen jedoch oft dazu, dass Reisen ähnlich hektisch geplant werden wie der Alltag.

Auch ich bin vor vielen Jahren dem Charme des „Fear of Missing Out“ erlegen. Meine Devise lautete: Wenn ich schon reise, möchte ich auch „alles“ sehen. Wochen später, als ich zu Hause meine entwickelten Fotos abholte und betrachtete, stellte ich jedoch fest, dass ich gar nicht mehr genau wusste, wo viele dieser Bilder entstanden waren. Dieses kleine Aha-Erlebnis brachte mich dazu, meine Art zu reisen zu hinterfragen.

Ich begann mir Fragen zu stellen: Ist weniger manchmal mehr? Kann mein Geist im gleichen Tempo mithalten wie mein Körper? Was möchte ich auf Reisen wirklich entdecken, erleben und verstehen und warum reise ich eigentlich?

Seitdem lautet mein Motto: bewusster reisen, langsamer genießen, länger verweilen und näher zu reisen. Um Landschaft, Kultur und Menschen wirklich mit allen Sinnen wahrzunehmen, braucht es vor allem eines: Zeit, die es erlaubt, tiefer einzutauchen, um Erinnerungen zu schaffen, die über Fotos hinaus bestehen.

Foto Anna Kodek
Für mich beginnt Slow Travel – das langsame Unterwegssein, bereits vor der eigentlichen Reise. Ich beschäftige mich frühzeitig intensiv mit Land und Leuten. Auch die Anreise wird zum Erlebnis: Mit Bahn oder Bus nähere ich mich einer Region langsam und sehe Orte und Landschaften an mir vorüberziehen, über die ich im Flugzeug einfach hinweggeflogen wäre.

Vor Ort schlendere ich durch kleine Ortschaften, genieße das bunte Treiben, anstatt nur Sehenswürdigkeiten „abzuhaken“. Dabei entstehen oft überraschende Gespräche. Ich besuche Märkte und kleine Läden, kaufe Produkte direkt bei den Menschen vor Ort und unterstütze so die lokale Wirtschaft.

Den Tag verbringe ich damit, zu Fuß, mit dem Fahrrad oder im Kanu unterwegs zu sein. In dieser entspannten Atmosphäre nehme ich die Landschaft aus immer neuen Blickwinkeln wahr und stärke gleichzeitig meine körperliche und mentale Fitness.

Foto Anna Kodek
Am Abend ziehe ich mich in eine privat geführte Unterkunft zurück, deren Architektur mir zeigt, in welcher Gegend ich mich befinde. Hier probiere ich typische Schmankerl aus der Region und lasse den Tag bewusst ausklingen.

Slow Travel zeigt, dass Reisen nicht immer spektakulär oder weit entfernt sein muss. Oft liegen spannende Ziele ganz in der Nähe, wie beispielsweise eine Wanderung zu einer Naturfreundehütte. Die mit dem Österreichischen Umweltzeichen zertifizierte Gföhlberghütte wurde von den Mitgliedern der Naturfreunde-Ortsgruppe Eichgraben in über 14.000 ehrenamtlichen Arbeitsstunden errichtet. Verwendet wurde Lärchenholz, das nach Mondphasen geschlägert wurde.

Für mich ist Slow Travel ein Lernprozess: Ich probiere Neues aus, entdecke andere Sichtweisen und nehme Impulse für den Alltag mit. Diese Art zu reisen steht für Entschleunigung, Nachhaltigkeit und echte Begegnungen mit Menschen, Natur und Kultur.

KI generiert

Wer langsam reist, erlebt nicht nur Orte, sondern auch sich selbst auf eine intensivere Weise.

Anna Kodek arbeitet als Projektleiterin des von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit geförderten Programms “Reisen mit Respekt” bei den Naturfreunden Internationale. --> Website ...

Hobby-Reiseblog von Anna Kodek ...

24.03.2026 • aktualisiert am 04.04.2026