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Auszug Studie AK Wien

Repair Cafés stellen eine innovative Antwort auf die wachsende Herausforderung unserer Gegenwart dar. Als freiwillig organsierte Konsuminitiativen tragen sie zur Stärkung der sozial-ökologischen Resilienz bei, indem sie das Gemeinwesen festigen, Ressourcen schonen und Räume für Gemeinschaft, Teilhabe und den Austausch von Wissen schaffen. Sie bieten Möglichkeiten für Empowerment, fördern das Erlernen neuer Fähigkeiten und machen die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft unmittelbar erfahrbar.Die Kreislaufwirtschaft hat sich auf EU-Ebene seit 2014 zu einem zentralen Bestandteil der Umweltpolitik entwickelt. Mit dem EU-Aktionsplan für eine Kreislaufwirtschaft1 und dem „Green Deal“2 wurden klare politische Ziele formuliert, die den Übergang zu einer nachhaltigen und gerechten Wirtschaft und Gesellschaft vorantreiben sollen. Die Förderung von Reparatur und Wiederverwendung stellt dabei eine wichtige Säule dar.

Im Einklang mit den europäischen Vorgaben hat die österreichische Bundesregierung 2022 die nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie „Österreich auf dem Weg zu einer nachhaltigen und zirkulären Gesellschaft“3 beschlossen. Im Gegensatz zur linearen „Wegwerfgesellschaft“ zielt die Kreislaufwirtschaft auf eine zirkuläre, nachhaltige Gesellschaft innerhalb planetarer Grenzen ab (Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie [BMK], 2022)

In Österreich wurden die ersten Repair Cafés im Jahr 2013 gegründet. Seitdem hat sich die Bewegung landesweit verbreitet, professionalisiert und zunehmend an Bedeutung gewonnen. Die österreichische Kreislaufwirtschaftsstrategie umfasst Maßnahmen, die die Reparatur und Wiederverwendung von Produkten stärken und die Integration dieser Prinzipien in den Alltag der Bevölkerung fördern. Repair Cafés spielen in diesem Kontext eine Schlüsselrolle, da sie eine niederschwellige Möglichkeit bieten, den Bürger:innen die Bedeutung der Kreislaufwirtschaft näherzubringen und gleichzeitig praktische Lösungen zur Verlängerung der Lebensdauer von Produkten bereitstellen. Darüber hinaus fungieren sie als Ort des sozialen Miteinanders und tragen so zur Stärkung des Gemeinwesens bei.

Die vorliegende Studie untersucht mittels Daten aus Erhebungsblättern der Helvetia Versicherungen AG, die von den Betreiber:innen/Organisator:innen der Repair Cafés ausgefüllt werden, sowie auf Basis von fünf leitfadengestützten Expert:innen-Interviews die Entwicklung, bestehende Strukturen sowie Hindernisse und Erfolgsfaktoren von Repair Cafés in Österreich. Die Ergebnisse dieser Studie sollen dazu beitragen, die Potenziale von Repair Cafés weiter auszuschöpfen und gezielte politische und strukturelle Unterstützungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Zudem sollen sie als Best Practice für andere nachhaltige Konsuminitiativen dienen.

Im Verlauf dieser Studie erfolgt zunächst eine theoretische und gesellschaftliche Einbettung des Themas (Kapitel 1) sowie die Beschreibung der Methodik (Kapitel 2). Die Ergebnisse der quantitativen Erhebung werden in Kapitel 3 und jene der qualitativen Erhebung in Kapitel 4 erläutert. Abschließend werden im Kapitel 5 Schlussfolgerungen und Empfehlungen präsentiert.

Link zur Studie Repair Cafes in Österreich Arbeiterkammer Wien ...

Link zum Beitrag von Re-Use-Austria ...

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1 https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/qid=1583933814386&uri=COM%3A2020%3A98%3AFIN
2 https://commission.europa.eu/strategy-and-policy/priorities-2019-2024/european-green-deal_en
3 https://www.bmluk.gv.at/dam/jcr:baacfdef-c63e-49f5-ab8f-e4be8c0d7504/Kreislaufwirtschaftsstrategie_2022_230215.pdf

29.03.2026 • aktualisiert am 04.04.2026