Verändert KI unsere Trauerprozesse?
Meine ersten Recherchen
37 Grad
Die Reportagereihe porträtiert Menschen in exponierten Situationen. Authentische Geschichten mitten aus dem Leben normaler Menschen skizzieren aus teils ungewöhnlicher Perspektive Erlebnisse und Wendepunkte in der Biographie der Porträtierten.Der Tod bringt einen endgültigen Abschied, der oft eine große Leere hinterlässt. Sarah kämpft sehr mit dem Verlust ihrer 17-jährigen Tochter Elina. Diese ist vor zwei Jahren Opfer eines Gewaltverbrechens geworden und litt seitdem unter einer starken posttraumatischen Belastungsstörung. Im Januar 2024 hat sich Elina das Leben genommen. Sarah kann das als Mutter kaum ertragen. Halt geben ihr die zwei Söhne und Ehemann Tim. Doch Sarah setzt auch große Hoffnungen in die neuen Möglichkeiten von KI. "Ich weiß, dass ich Elina nicht zurückholen kann. Aber vielleicht kann eine KI sie so simulieren, dass ich dadurch die Worte sagen kann, die mir noch wichtig sind – und ich bekomme noch einmal eine Antwort von ihr? Ich konnte doch nie Abschied nehmen. Das stelle ich mir tröstlich vor." Auch Diana kennt durch den Tod ihres Vaters den tiefen Schmerz, den Trauer mit sich bringt. Deshalb will die alleinerziehende Mutter eine Conversational AI von sich erstellen: Ein digitales Video von sich selbst, mittels dessen sich ihre Tochter Ella auch nach dem Tod von Diana mit ihrer Mutter unterhalten könnte. 2021 ist ihr Vater an einem Gehirntumor gestorben. Diana bereut, nicht mehr Videoaufnahmen oder Fotos von ihm zu haben und denkt nun viel über ihren eigenen Tod nach. "Meiner Tochter trotzdem noch ein wenig Mama sein zu können, nie ganz weg zu sein, wie schön wäre das? Meine Werte, meinen Humor, meine Liebe für sie zu bewahren und sagen zu können: Wir hör'n uns, wenn ich tot bin! Das ist doch etwas Gutes!"
ARTE RE: Unsterblich dank KI?
31 Min. - Verfügbar bis zum 02/03/2030 - Sendung vom 04/03/2025Michael Bommer bleibt nicht mehr viel Zeit, um seine KI zu trainieren. Der 61-jährige Geschäftsmann hat Krebs im Endstadium. Sein letzter Wille: Für seine Familie möchte er mittels Künstlicher Intelligenz einen Teil seiner Persönlichkeit erhalten. Aber kann ein virtueller Chatbot das Andenken eines Verstorbenen bewahren?
Als weltweit erster Kunde nutzt der todkranke Michael Bommer die neuartige App eines US-Start-Ups. Um einen KI-Klon von sich zu kreieren, füttert er ihn mit seinen Erinnerungen und beantwortet Fragen. Seine Frau Anett kann sich so nach seinem Ableben Geschichten von der Verlobung, der Hochzeit und den vielen tollen Urlauben erzählen lassen. Sie kann aber auch alle möglichen anderen Fragen stellen, und erhält von der KI Antworten mit Michaels Stimme. Denn die KI-App kann auf das Internet zugreifen. Aber gibt das Halt und spendet Trost? Wie wird es für Anett sein, wenn sie die App fünf Monate nach Michaels Tod öffnet und mit seinem Voice-Klon spricht?
Auch Abba Naor will etwas hinterlassen. Der litauische Holocaust Überlebende ist stolze 96 Jahre alt. Noch ist er gesundheitlich so fit, dass er seine Lebens- und Leidensgeschichte jährlich vor etwa 100 Schulklassen erzählt. Aber wie lange wird er das noch können? Damit seine Zeitzeugenschaft für künftige Generationen erhalten bleibt, ist er Teil eines Forschungsprojekts an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Fünf Tage war er in einem Filmstudio. Das Resultat: Ein digitaler Zwilling, der Fragen über sein Leben beantwortet und fast so charismatisch ist wie der echte Abba Naor. Wie kommt er im Praxistest bei Schulklassen an?
Im Gegensatz zur generativen Michael-Bommer-KI ist der digitale Zwilling von Abba Naor nicht mit dem Internet verbunden. Um Falschaussagen zu vermeiden, begrenzen die Münchner Wissenschaftler den Einsatz von KI auf das Notwendigste.
Eternal You: Vom Ende der Endlichkeit
28.04.2025 ∙ Eternal You: Vom Ende der Endlichkeit (Link zum Klicken) ∙ WDRMithilfe Künstlicher Intelligenz schaffen Start-Ups digitale Avatare, die es Trauernden ermöglichen, mit ihren verstorbenen Liebsten in Kontakt zu treten. Was passiert, wenn der Traum von der Unsterblichkeit in ein Produkt verwandelt wird? Menschen aus aller Welt nutzen Services, die mit Künstlicher Intelligenz Tote "zum Leben erwecken". Der Film begleitet die Pioniere und ersten User:innen einer Technologie, die den Tod obsolet machen will. Die Erfinder der Dienste lehnen jede Verantwortung für die tiefgreifenden psychologischen Folgen dieser Erfahrungen ab. Zahlreiche Wettbewerber hoffen auf einen lukrativen Markt, da religiöse und kollektive Trauerformen an Relevanz verlieren. Ist das der Anfang vom Ende der Endlichkeit?
Back from the dead: could AI end grief?
Rechtliches
Künstliche Intelligenz & Datenschutz - Datenschutzbehörde Österreich
Die Datenschutzgrundverordnung der EU gilt NICHT für Verstorbene! - DSGVO für Österreich
Der Andenkensschutz (selten auch Andenkenschutz) ist ein Konzept des Schweizer Rechts. - Link zu Wikipedia
Schutz des Andenkens Österreich - Link zum Bundesministerium für Justiz
Vertrauen in KI?
Der Eindruck besteht schon lange, nun ist er mit Zahlen belegt: Europa – und damit auch Deutschland – blickt im internationalen Vergleich eher skeptisch auf Künstliche Intelligenz. Das zeigt die neue YouGov-Umfrage „Generative Al in media report 2025“, die Länder in Europa, Nordamerika und Asien in puncto Wahrnehmung und Akzeptanz von KI verglichen hat. Interessant dabei: Nordamerikaner:innen sind ähnlich zurückhaltend, was Vertrauen in KI angeht.
- Vertrauen in KI-News: In Asien messen bis zu 70 % der Nutzenden Nachrichten, die GenAI verfasst hat, dasselbe Vertrauen zu wie Texten menschlicher Autor:innen – in Deutschland sind es nur 36 %.
- Zukunftserwartung: Fast vier von zehn Deutschen blicken skeptisch auf die Rolle von KI in zehn Jahren, in Asien liegt dieser Wert meist bei nur 10 bis 20 %.
- Interaktion mit KI-Influencern: Während 15 % der Deutschen offen wären für den Austausch mit virtuellen Avataren, zeigen in Asien im Schnitt fast jede:r zweite Neugier daran.
EU AI Act (KI-Verordnung):
Ethische Herausforderungen
Wie werden wir damit umgehen, wenn ein/e Verstorbene/r durch Kündigung des digitalen ABOs nochmals stirbt?
Hier findet ihr einen Bericht von der Uni Wien - Leseempfehlung! Wenn trauern virtuell wird
Da findet man auch einen interessanten Menschen, dem ich glücklicherweise bei den Suttnertagen 2025 in St. Pölten lauschen durfte - Thorsten Benkel -Gemeinsam mit seinem Kollegen Matthias Meitzler erforscht Benkel seit Jahren den Wandel der Bestattungs- und Trauerkultur. Mehr als 1.200 Friedhöfe haben sie dafür schon besucht. Das Ergebnis: Der Friedhof als klassischer Ort der Trauer hat zusehends ausgedient. HIER weiterlesen ...
FRAGEN:
- DSGVO und biometrische Daten: Sollten biometrische Daten (Stimme, Mimik) Verstorbener in der EU dauerhaft gelöscht werden, um einen Missbrauch zu verhindern, oder sollte das Recht auf Gedenken durch die Hinterbliebenen stärker gewichtet werden?
- Postmortale Verfügung: Ist die mündliche Zustimmung zu Lebzeiten ausreichend, um die Persönlichkeitsrechte für die Ewigkeit an einen kommerziellen Dienst zu übertragen? Sollten wir eine "Digitale Patientenverfügung" fordern, die die Nutzung unserer Daten nach dem Tod regelt?
- Verletzung des Andenkens: Was passiert, wenn ein KI-Bot "halluziniert" und verletzen solche KI-Fehler das postmortale Persönlichkeitsrecht? Wer haftet für den daraus resultierenden seelischen Schaden: Die Angehörigen, die KI-Firma oder der Programmierer?
Ein paar interessante Fallbeispiele der KI (google gemini)
Fallbeispiel: Der Abo-Tod
- Der Konflikt: Eine Familie zahlt monatlich 15 Euro für den digitalen Zwilling der Großmutter. Nach vier Jahren können sie sich das Abo nicht mehr leisten. Der Anbieter löscht den Avatar mitsamt der Stimme und den aufgezeichneten Erinnerungen.
- Das Dilemma: Das digitale Weiterleben wird zum Privileg der Wohlhabenden. Es drohen "digitale Armengräber", in denen die Erinnerung an diejenigen, die nicht zahlen können, unwiederbringlich vom Server gelöscht wird. Dies stellt die Frage nach der sozialen Gerechtigkeit im Angesicht des Todes.
Fallbeispiel: Die zerstrittenen Erben
- Der Konflikt: Ein Verstorbener hat zu Lebzeiten einen detaillierten KI-Klon erstellen lassen. Seine Kinder sind sich uneinig: Die Tochter will ihn nutzen, um ihren letzten Streit zu klären; der Sohn will ihn abschalten, weil er glaubt, es sei pietätlos.
- Das Dilemma: Der digitale Klon wird zum Objekt eines Erbstreits. Wer hat das Recht, über die "Existenz" des digitalen Abbilds zu entscheiden, wenn der oder die Verstorbene keine klare Anweisung im digitalen Testament hinterlassen hat? Dies kann familiäre Konflikte verschärfen und digital verlängern.
Ausblick 2035
KI, Tod und Trauer im Jahr 2035: Zehn Jahre Wandel
1. Das "Recht auf digitale Löschung" wird Standard (Recht und Ethik)
Was sich ändert:
- Regulatorische Klarheit: Der EU AI Act und ähnliche Gesetze in Demokratien werden die Nutzung von Grief-Tech für Hochrisikofälle (insbesondere psychisch verletzliche Gruppen) stark reglementieren. Das postmortale Persönlichkeitsrecht und das Recht, nicht für immer digitalisiert zu sein, werden in europäischen Gesetzen explizit verankert sein.
- Der "Digitale Notar": Es wird gängige, notarisch beglaubigte "Digitale Testamente" geben, die nicht nur den Nachlass, sondern auch die Löschungsfrist oder Nutzungsbedingungen des KI-Avatars (inklusive Stimme und Persönlichkeitsdaten) festlegen.
2. Die "Deathbots" werden zur Commodity (Plattformen und Technologie)
Was sich ändert:
- Marktüberschwemmung: Die Technologie wird so günstig und leicht zugänglich, dass das Erstellen eines simplen Text-Chatbots aus Verläufen nur noch Minuten dauert und von fast jeder Social-Media-Plattform (oder deren Nachfolgern) als Standard-Feature angeboten wird.
- Hyper-Realismus: Visuelle Avatare werden dank der Fortschritte in der generativen KI (Deepfake 2.0) fotorealistisch sein und Emotionen überzeugend simulieren können. Die Unterscheidung zwischen Mensch und KI-Kopie wird ohne technische Analyse kaum noch möglich sein.
- Spezialisierung: Es wird KI-Bots geben, die spezialisiert auf bestimmte Emotionen sind, z. B. der "Tröster-Bot", der nur aufbauende Phrasen generiert, oder der "Erklär-Bot", der das Fachwissen der Person konserviert.
3. Psychische Abhängigkeit wird zum öffentlichen Gesundheitsproblem (Gesellschaft)
Was sich ändert:
- Klinische Fälle: Die psychische Abhängigkeit von KI-Avataren wird ein anerkanntes klinisches Störungsbild sein. Es wird spezialisierte Therapien und Entzugskliniken geben, die Menschen beim "Loslassen" des digitalen Zwillings helfen.
- Neue Trauerrituale: Die Bestattungs- und Gedenkkultur wird sich anpassen. Es wird Rituale geben, die den digitalen Abschied formalisieren (z. B. das gemeinsame, feierliche Löschen des Avatar-Codes oder die Übergabe des Datensatzes in ein öffentliches, nicht-interaktives Archiv).
- Der Wandel des Menschseins: Die Gesellschaft wird beginnen, den Tod als zwei Ereignisse zu definieren: den biologischen Tod und den digitalen Tod (die Löschung des Avatars). Das "Menschsein" wird nicht mehr nur an den biologischen Körper, sondern an die Fähigkeit zur Originalität und Sterblichkeit gebunden sein.
4. Das Ende der kulturellen Abgrenzung (Internationaler Vergleich)
Was sich ändert:
- Globaler Wettbewerb: Es wird nicht mehr nur US-Anbieterinnen geben. Asiatische Konzerne werden mit stark auf Familienwerte und Ahnengedenken fokussierten KI-Diensten den europäischen Markt erobern (trotz DSGVO-Hürden).
- Hybride Trauer: In vielen Familien in Europa wird ein hybrider Ansatz zur Trauer üblich sein: Man nutzt tagsüber den traditionellen Friedhof und abends den KI-Chatbot, um die Erinnerung zu pflegen.
Zusammenfassend würde ich (die KI) erwarten, dass die Technologie ihren Siegeszug fortgesetzt hat, aber die rechtlichen und psychologischen Folgen die Gesellschaft so stark herausfordern, dass sie zu tiefgreifenden Gesetzesänderungen und neuen therapeutischen Ansätzen gezwungen ist. Die Frage wird nicht mehr lauten, ob wir digitale Unsterblichkeit wollen, sondern wie wir kontrolliert mit ihr leben können.
Was Einzelne tun können: Digitale Vorsorge
Die wichtigste Maßnahme ist die aktive Gestaltung des digitalen Nachlasses zu Lebzeiten.
1. Das Digitale Testament (Verfügung)
Die analoge Verfügung über den Körper muss durch eine digitale Verfügung über das immaterielle Abbild ergänzt werden.
- Löschungsauftrag formulieren: Halte schriftlich fest, ob und wann Deine digitalen Abbilder (Stimme, Chatverläufe, Gesicht) nach Deinem Tod unwiderruflich gelöscht werden sollen.
- Nutzungsrechte festlegen: Wenn Du ein digitales Archiv oder einen einfachen Bot wünschst, bestimme präzise, welche Teile Deiner Daten genutzt werden dürfen (z. B. nur fachliches Wissen, aber keine intimen Chat-Verläufe) und wer die Nutznießerin sein darf.
- Zugang festlegen: Bestimme eine Vertrauensperson (digitale Erbin), die bevollmächtigt ist, die Löschungsaufträge bei den Tech-Unternehmen durchzusetzen.
2. Datenminimierung und Trennung
Reduziere die Angriffsfläche der Grief-Tech-Industrie.
- Biometrische Daten schützen: Sei extrem sparsam im Umgang mit Apps, die Stimme oder Gesicht speichern. Erstelle keine ungefilterten, umfangreichen Sprachaufnahmen, die ein Dritter (das Unternehmen) zur Erstellung eines Voice-Cloning-Modells verwenden kann.
- Trennung von Kanälen: Vermeide es, Deine tiefsten persönlichen Gedanken und Deine berufliche Kommunikation auf denselben Plattformen zu führen. Das macht es der KI schwerer, ein authentisches und umfassendes Persönlichkeitsmodell zu erstellen.
3. AGB kritisch prüfen
Lies die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von KI-Diensten, bevor Du Dich darauf einlässt.
- Löschgarantie suchen: Nutze nur Dienste, die eine unwiderrufliche, terminierte Löschung Deines Datensatzes nach Deinem Ableben garantieren und dies nicht von einem Abo abhängig machen.
✊ Welche Bewegungen und Initiativen es braucht: Zivilgesellschaftlicher Schutz
Der Schutz des Individuums kann nur durch starke, kollektive Gegenkräfte zur Macht der Tech-Konzerne erfolgen.
1. Rechtliche und ethische Think Tanks
Wir brauchen Institutionen, die die Gesetzgebung aktiv mitgestalten und ethische Leitlinien entwickeln.
- Forderung nach Postmortaler Datenautonomie: Initiativen müssen politisch darauf drängen, dass das Recht auf Vergessenwerden in der DSGVO auf die postmortale Ebene ausgeweitet wird. Sie müssen konkrete Vorschläge liefern, wie die Haftung bei psychischen Schäden durch Deathbots im Rahmen des EU AI Acts geregelt werden soll.
- Unabhängige Audits: Es braucht Organisationen, die KI-Modelle von Grief-Tech-Anbieterinnen auf Manipulation, Zensur oder versteckte Werbebotschaften hin überprüfen.
2. Psychologische und seelsorgerische Aufklärung
Der Schutz der mentalen Gesundheit der Bürgerinnen muss im Vordergrund stehen.
- Kampagnen zur Trauerkultur: Bewegungen, die die Endlichkeit und das Loslassen als positive und notwendige Bestandteile der menschlichen Erfahrung bewerben. Hier sind Trauerbegleiterinnen, Psychologinnen und kirchliche/philosophische Gruppen gefragt, die vor der Illusion der Unsterblichkeit warnen.
- Schulung für Fachkräfte: Entwicklung von Kursen für Bestatterinnen, Ärztinnen und Therapeutinnen, die ihnen beibringen, die psychischen Gefahren der Grief-Tech zu erkennen und Hilfesuchende entsprechend zu beraten.
3. Digitale Bürgerrechtsbewegungen und Aktivismus
Organisationen, die sich gegen die Machtkonzentration der Big-Tech-Unternehmen stellen.
- Open Source Alternativen: Förderung der Entwicklung von datenschutzfreundlichen und dezentralen KI-Archivierungslösungen, die nicht auf einem zentralen, kommerziellen Server liegen, sondern im Besitz der Familie bleiben und nur lokal funktionieren.
- Widerstand gegen Daten-Zwänge: Aktivismus gegen Arbeitsverträge oder Versicherungsmodelle, die eine zwangsweise Überführung von Lebensdaten in KI-Modelle nach dem Tod verlangen.
Der Schutz der individuellen Rechte in diesem KI-Zeitalter erfordert eine Kombination aus persönlicher Vorsicht, politischem Druck und zivilgesellschaftlicher Aufklärung.
Fazit
Folgende Fragen stellen sich mir (und ich werde mir die Zeit geben, um sie zu beantworten)
- Wollen wir ewig leben?
- Wollen wir digital ewig leben?
- Wollen wir unseren digitalen Fussabdruck regeln?
- Wollen wir ein Recht auf digitales Vergessen?
- Wie wird Trauer in Zukunft aussehen?
- Was bin ich bereit zu geben, um meine geliebten Verstorbenen 'wiederzusehen'?
- to be continued ...
Beitrag topos.orf.at 30.12.2025
KI und das Leben nach dem Tod
Gibt es ein Leben nach dem Tod? Diese Frage stellt sich durch künstliche Intelligenz neu. Denn KI kann man trainieren, Versatzstücke eines Menschen zu bewahren und ihn zu simulieren. Von der Light-Variante bis zum Hardcore-Deadbot ist einiges bereits möglich und noch vieles mehr denkbar. In einem Animationsvideo erklärt ORF-Topos-Grafikerin Verena Repar, was schon jetzt geht. Aber ist alles was geht, auch gut? Eher nicht, lautet die Antwort aus philosophischer Perspektive.
Zitat aus dem Beitrag: 'Auf die „Black Mirror“-Phantasie jedenfalls kann man natürlich noch eins draufsetzen. Wenn die Menschheit die Reproduktion einstellt und jede Person, die verstirbt, durch einen Roboter ersetzt, der ihr haargenau nachgebildet ist – was wäre das dann eigentlich für eine Welt? Von außen betrachtet würde alles so ausschauen wie jetzt. Die Gespräche würden sich gleich anhören. Die Roboter würden untereinander streiten, Kriege führen und hätten Sex. Was wäre dann der Unterschied? Was würde fehlen? Etwa doch die Seele?'
Ethik, Recht und Sicherheit des digitalen Weiterlebens
Digitale Technologien bestimmen zunehmend unser Leben – sie beeinflussen jedoch auch mehr und mehr den Umgang mit Tod, Trauer und Erinnerung. Technologien im Kontext der Digital Afterlife Industry (DAI) ermöglichen das „Weiterleben“ und die Interaktion mit digitalen Repräsentationen von Verstorbenen als Avatar, als Chatbot oder als Absender von Textnachrichten. Im Projekt Edilife hat ein interdisziplinäres Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aktuelle Dienste im Kontext des digitalen Umgangs mit dem Tod reflektiert, zukünftige Entwicklungen versucht zu antizipieren sowie Handlungsbedarf gekennzeichnet und Handlungsoptionen erarbeitet.
Diese Ergebnisse sind in einer Studie zusammengefasst, die hier kostenfrei heruntergeladen werden kann.
Fraunhofer-Studie über digitales Weiterleben